Religionspädagogische Projekttage in Siebeneichen
Die Jahreslosung 2026 von Schüler:innen gedacht und gestaltet
An diesem sonnigen Wintertag liegt die evangelische Grundschule Siebeneichen beinahe märchenhaft zwischen kahlen Bäumen, der Pausenhof still, die Spielgeräte leicht verschneit. Doch hinter den Türen der Schule ist von Winterruhe nichts zu spüren. Hier wird gelacht, gestaunt, diskutiert, konzentriert gearbeitet. Die religionspädagogischen Projekttage zur Jahreslosung 2026 haben die ganze Schule erfasst.
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ – dieser Satz begleitet die Kinder durch zwei intensive Tage. In den Klassenräumen entstehen bunte Schnipselmosaike, alte Socken werden zu neuem Leben erweckt, Theaterfiguren wachsen aus Kartons und Fantasie. Überall liegt eine besondere Mischung aus konzentriertem Schweigen und fröhlichem Geplapper in der Luft. Die Kinder sind mit ganzem Herzen dabei. Ihre Freude am Gestalten, ihr Stolz auf das eigene Tun und ihre Neugier auf die Gedanken der anderen sind deutlich zu spüren.
Mit viel Einfühlungsvermögen und Offenheit führt Maren Borchert, religionspädagogische Referentin und Schulseelsorgerin der Schulstiftung der Nordkirche, die Kinder durch diese Tage. Ihre Fragen öffnen Räume: „Was könnte besser sein?“ und sofort sprudeln die Antworten. Wünsche nach Frieden, nach mehr Freundschaften, nach einem achtsameren Umgang mit der Welt werden laut. Behutsam verbindet sie die biblischen Bilder mit der Lebenswirklichkeit der Kinder und macht Mut, im Kleinen anzufangen: im Miteinander, in der Schule, im eigenen Alltag.
Besonders eindrücklich ist der Moment, in dem das Bild aus dem Buch Jesaja lebendig wird: der Löwe neben dem Lamm. Erst ungläubiges Staunen, dann Lachen, Fragen, Nachdenken. Und schließlich die entscheidende Wendung: Wie kann Frieden bei uns aussehen? Was können wir neu machen? Hier wird die Jahreslosung greifbar, hoffnungsvoll und nah.
Der Höhepunkt folgt am Freitagmittag. Mit klopfenden Herzen präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse. Das Schuhkarton-Theater fesselt alle – still, atemlos, bis der Applaus den Raum erfüllt. Die Muttiere werden bewundert, für die großen Collagen wird gemeinsam ein Platz im Schulhaus gesucht, das Socken-Upcycling sorgt für Staunen und Begeisterung. Es ist spürbar: Das, was hier entstanden ist, hat Wert.
Diese zwei Tage wären nicht möglich gewesen ohne die engagierte Planung und die liebevolle Begleitung durch die Lehrkräfte und die Referentin. Ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Aufmerksamkeit haben einen Raum geschaffen, in dem Kinder sich ernst genommen fühlen, wachsen können und erleben: Meine Gedanken zählen. Mein Tun macht einen Unterschied.
Und ein Versprechen steht im Raum: Diese Projekttage sollen wiederkommen.



