Räume zum Zuhören schaffen: Schulseelsorge im Mittelpunkt der Leitungsklausurtagung
Graal-Müritz - Vom 12. bis 14. März trafen sich die Einrichtungsleitungen der Schulstiftung der Nordkirche zur diesjährigen Frühjahrs-Leitungsklausurtagung in Graal-Müritz. Im Mittelpunkt des ersten Klausurtages stand die Schulseelsorge. Ziel der gemeinsamen Arbeit war es, sich über Konzepte zu informieren und Perspektiven zu entwickeln, wie Schulseelsorge nachhaltig in allen Einrichtungen verankert werden kann.
Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Maren Borchert, Schulseelsorgerin und religionspädagogische Referentin der Schulstiftung. Sie stellte ein stiftungsweites Konzept vor, das im Zusammenhang mit dem Strategieprozess Kompass 2035 entstanden ist. Ein zentrales Anliegen dieses Konzepts ist es, die evangelische Identität der Einrichtungen sichtbar und erfahrbar zu machen und gleichzeitig konkrete Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche zu stärken. Perspektivisch soll Schulseelsorge an allen Standorten etabliert werden, die getragen wird von ausgebildeten Schulseelsorger:innen sowie sogenannten EVA-Lots:innen.
„Schulseelsorge schafft Räume, in denen Kinder und Jugendliche mit ihren Fragen, Sorgen und Hoffnungsthemen ernst genommen werden. Sie ist ein wichtiger Beitrag dazu, dass unsere Schulen Orte sind, an denen Menschen sich gesehen und begleitet fühlen“, betonte Maren Borchert in ihrem Impuls.
Wie vielfältig Schulseelsorge im Alltag wirken kann, zeigte Antonia Frenz-Römhild aus Bad Doberan. Sie berichtete aus ihrer Praxis als ausgebildete Schulseelsorgerin und stellte unterschiedliche Formate vor. Die von Gesprächsangeboten über Andachten bis hin zu Begleitung in Krisensituationen reichten. Ihr Erfahrungsbericht stieß auf großes Interesse und führte zu zahlreichen Nachfragen und Gesprächen mit den Teilnehmenden.
Einblicke in Aufbau und Inhalte der einjährigen Qualifizierung zur Schulseelsorge gab Stephan Dann (Junge Nordkirche). Die Ausbildung umfasst fünf Wochenendmodule sowie zusätzliche Regionalgruppentreffen und bereitet gezielt auf die seelsorgliche Arbeit im schulischen Kontext vor.
Im Anschluss setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Rollenprofilen von Schulseelsorgenden und EVA-Lots:innen auseinander. In fünf Arbeitsgruppen wurden anschließend Gelingensbedingungen für die Umsetzung an den einzelnen Standorten diskutiert. Ebenso entstand ein lebendiger Austausch darüber, wie das evangelische Profil bereits heute an den Einrichtungen gestaltet wird und weiter gestärkt werden kann. Fragen der Finanzierung werden in der weiteren Konzeptentwicklung eine wichtige Rolle spielen.
Die Bedeutung von Schulseelsorge wurde in den Gesprächen immer wieder im Blick auf die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen hervorgehoben. Aktuelle Studien weisen seit Jahren auf eine zunehmende psychische Belastung von Schüler:innen hin. Verlässliche Gesprächsangebote, niedrigschwellige Begleitung und Räume für Sinn- und Lebensfragen sind deshalb ein zentraler Beitrag zu einer ganzheitlichen Bildung und zu einer tragfähigen Schulgemeinschaft.
Die beiden Vorstände Kai Gusek und Gunther Wiese unterstrichen die strategische Bedeutung dieses Arbeitsfeldes:
„Schulseelsorge ist ein wesentlicher Baustein unseres evangelischen Profils. Sie stärkt Kinder und Jugendliche in herausfordernden Lebensphasen und macht zugleich erfahrbar, wofür unsere Schulen stehen: Begleitung, Orientierung und verlässliche Gemeinschaft.“
