Aus Gefühlen werden Geschichten

Autorenprojekt an der Arche Schule geht in die zweite Runde

Waren/Müritz - Wie entsteht aus einer ersten Idee eine Geschichte und aus vielen Geschichten schließlich ein echtes Buch? Dieser Frage gingen elf Kinder der Arche Schule Waren im Projekt „Werde Autorin oder Autor“ gemeinsam mit der Autorin und Projektleiterin Anja Jahnke nach.

Seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2025/26 entwickelten die jungen Autorinnen und Autoren eigene Kurzgeschichten rund um das Thema „Gefühle schreiben Geschichten“. Dabei lernten sie nicht nur Grundlagen des kreativen Schreibens kennen. Sie beschäftigten sich auch damit, Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und in ihren Geschichten erlebbar zu machen. Viele Kinder ließen persönliche Erfahrungen einfließen, entwickelten fantastische Welten und illustrierten ihre Texte sogar selbst.

Gemeinsam entschieden die Kinder demokratisch über den Untertitel „Köpfe voller Ideen“ und die Farben des Buchcovers. Außerdem verfasste jedes Kind eine eigene Autorinnen- beziehungsweise Autorenvita und wurde für die Anthologie porträtiert.

„Diese Anthologie ist weit mehr als eine Sammlung von Kurzgeschichten“, sagt Anja Jahnke. „Sie zeigt, dass jede Stimme zählt und Geschichten überall entstehen können, auch in einem Klassenzimmer.“

Unterstützt wurde das Pilotprojekt von Sarah Lippasson, die den Buchsatz übernahm und gemeinsam mit den Kindern die Abschlussveranstaltung vorbereitete. Bei einer inszenierten Lesung am 8. Juli 2026 präsentierten die jungen Autorinnen und Autoren zweimal vor großem Publikum ihre Geschichten, moderierten Teile des Programms selbst und sammelten erste Bühnenerfahrungen. Am Ende hielt jedes Kind stolz ein eigenes Exemplar der gemeinsamen Anthologie in den Händen.

Ermöglicht wurde das Projekt durch den Förderverein der Arche Schule und die finanzielle Unterstützung der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte eG.

Mehr Zeit und fachliche Begleitung für Band 2

Als Pilotprojekt brachte der erste Durchgang viele wertvolle Erfahrungen mit sich. Insbesondere der Zeitfaktor spielte eine größere Rolle als erwartet. Einige Projektstunden fielen durch lange Wochenenden aus, sodass der Schwerpunkt stärker auf der Fertigstellung der eigenen Geschichten lag als ursprünglich geplant.

Diese Erfahrungen fließen nun unmittelbar in Band 2 ein: Statt freitags in der letzten Unterrichtsstunde stehen künftig donnerstags zwei frühe Unterrichtsstunden und damit insgesamt 90 Minuten zur Verfügung. So bleibt deutlich mehr Raum für Schreibübungen, das Entwickeln von Figuren und Handlungsbögen sowie für das gemeinsame Lesen und Überarbeiten der Texte.

Zusätzlich wird das Projekt künftig von der Lektorin und Korrektorin Monika Fischer begleitet. Mit ihrem Fachwissen unterstützt sie die Kinder dabei, ihre Geschichten inhaltlich weiterzuentwickeln, ohne deren individuelle Stimmen und Ideen aus den Augen zu verlieren.

Denn Schreiben bedeutet weit mehr, als Wörter aneinanderzureihen. Es braucht Mut, Fantasie, Geduld und die Bereitschaft, eine Idee immer wieder neu zu betrachten. Band 1 hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Kinder ihren Gedanken und Gefühlen Raum geben. Mit Band 2 wird diese besondere Reise nun fortgesetzt.