„Alles muss klein beginnen…“ 30 Jahre Kinderhaus „Himmelsschlüsselchen“ und 25 Jahre Petrischule in Benz
Freitag, 18.09.2026 in Benz auf Usedom - Glockenläuten, aufgeregtes Kinderlachen, eine bis auf wenige Plätze gefüllte Kirche: In Benz auf Usedom wird gefeiert! Vor 30 Jahren gründete die Elterninitiative „Benzer Kinder“ eine Kita. „Himmelschlüsselchen“ sollte sie heißen. Acht Kinder waren ein hoffnungsvoller Beginn!
Und als die Kinder größer wurden, brauchte es eine Schule. Die Kirchgemeinde und die Elterninitiative hoben auch sie aus der Taufe und nannten sie „Petrischule Benz“. Die Benzer schufen somit einen kleinen Campus und stellten dafür – quasi Tür an Tür – die Gebäude bereit. Diese Ereignisse jähren sich in diesem Jahr, und das wurde gefeiert.
In der Kirche in Benz trafen sich die Kirchgemeinde, Gründer:innen von damals, aktuelle und ehemalige Lehrkräfte und Schüler:innen, Vertreter:innen der Gemeinde sowie ihr Bürgermeister sowie der Vorstand des Schulträgers, der Schulstiftung Nordkirche, und viele Freunde und Förderer der beiden Einrichtungen.
Die Pastorin, Annegret Möller-Titel, begrüßte alle und dankte den seit 30 Jahren treuen Wegbegleiter:innen. Im Zentrum allen Bemühens standen und stehen die Kinder, die immer wieder sangen und den Kirchenraum mit ihren Aktivitäten füllten. In der Predigt ging Pastorin Möller-Titel mittels eines Erntekorbes in Zwiesprache mit den bei ihr im Altarraum stehenden Kindern: Die Kartoffel steht für die Stärke, die die Gründer:innen bewiesen und die wir Kindern geben wollen, die Trauben stehen für die Vielfalt der Möglichkeiten, die es in jedem Kind zu entdecken und zu fördern gilt, die Himbeeren für die Verschiedenheit des Einzelnen und die Süße für ein gutes Miteinander. Mit der Botschaft „Alles kann wachsen, und sei es noch so klein!“ bat sie um den göttlichen Segen für die kommenden Jahre. Im anschließenden Beitrag der KiTa-Erzieherinnen wurde es rhythmisch-laut im Kirchenraum: In einem Trommelkurs erworbenes Können wurde imponierend unter Beweis gestellt, dem die Kinder staunend und respektvoll zuhörten.
Der pädagogisch-theologische Vorstand der Schulstiftung der Nordkirche als Trägerin der Petrischule Benz, Pastor Kai Gusek, hob in seiner Rede den Mut und die Zuversicht der Gründer:innen hervor: Sie erschufen eine Idee, die die Menschen durch alle Untiefen tragen konnte, und gaben diese Idee weiter, so dass andere Menschen sie weitertragen konnten. Mit großer Demut und Dankbarkeit schaute Kai Gusek auf 25 Jahre Schulgeschichte zurück und erkannte im Tun der Lehrkräfte, Eltern und Förderer den Grundsatz „Das Kleine wichtig nehmen, dem Menschen etwas zutrauen“ als eine tragende Devise für das gewinnbringende Miteinander in Benz. Pastor Kai Gusek übergab einer der beiden Schulleiterinnen, Theresa Volkwardt, die Urkunde zum Jubiläum. Diese bedankte sich bei allen Unterstützern und erneuerte in einer kleinen Rede die Zusicherung, weiterhin mit Leidenschaft und Professionalität, mit dem Blick auf das Kleine im Alltag und auf die Vielfalt der Bedürfnisse beim Lernen und in der Schulgemeinschaft zu agieren. Mit den einfühlsamen Worten „Du bist wichtig. Du wirst gesehen. Du bist nicht allein.“ schloss sie unter großem Applaus ihre Rede.
Nach dem Gottesdienst wurde in KiTa und Schule eingeladen, wo Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen, verschiedene Aktionen und unzählige Gespräche warteten. An manchem Tisch war ein „Weißt du noch…“ zu hören. Die beiden Schulleiterinnen, Theresa Volkwardt und Doreen Borchardt, enthüllten im Verlaufe des Nachmittags das „Jahresrad“ mit wichtigen Festen des Kirchenjahres, das über zwei Jahre in religionspädagogischen Projekten mit den Kindern entstanden war. Es hat nun einen würdigen Platz neben dem Eingang der Schule und erinnert daran, dass der Kinder-Campus Benz ein sicherer und beseelter Ort des christlichen Miteinanders ist.


