„Hoffnung ist eine bewusste Entscheidung.“

Güstrow, 07. März 2026 - Der Moment, in dem es still wird, kommt früh an diesem Freitagmorgen in Güstrow. Rund hundert Menschen sitzen im Saal. Sie sind zum Fachtag „Kirche, Klima, Handeln…!“ des Kirchenkreises Mecklenburg und des Kirchlichen EnergieWerkes nach Güstrow gekommen. Doch bevor Diagramme und Emissionskurven den Ton angeben, treten fünf Schüler:innen der JONA Schule aus Stralsund nach vorn.

Wochenlang haben sie sich vorbereitet, zwischen Unterricht und Winterferien. Dass sie hier stehen, ist kein Zufall. Zwei Lehrkräfte, allen voran die Oberstufenkoordinatorin Birgit Janke, haben sie dabei mit viel Kraft unterstützt.

Der Tag beginnt offiziell mit einem Grußwort von Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Nordkirche. Sie spricht von Verantwortung und davon, „Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft zu entwickeln“. Dann übergibt sie das Wort an die Schüler:innen.

Die fünf Schüler:innen bitten das Publikum, die Augen zu schließen. Eine Traumreise beginnt. Sie führt in eine Zukunft mit Wetterextremen: Starkregen, überflutete Städte und Sommerhitze, die die Menschen erschöpft zurücklässt. Die Stimmen der Jugendlichen bleiben ruhig, doch die Bilder sind drastisch. Mensch und Natur leiden, erzählen sie. Eine Welt, die so nicht weiter funktionieren kann.

Dann verändert sich der Ton. Die Reise führt weiter in eine andere Zukunft. Städte, die Wasser speichern. Plätze voller Grün. Eine Infrastruktur, die sich am Leben der Menschen orientiert. „Hoffnung“, sagen sie, „ist eine bewusste Entscheidung“.

Die Botschaft ist klar: Die Klimakrise ist für die Jugendlichen keine abstrakte Debatte. Sie erscheint täglich auf ihren Smartphones, in Videos, Bildern, Nachrichten aus aller Welt. „Es ist unsere Zukunft“, sagen sie. Und: Entscheidungen von heute bestimmen ihr Leben von morgen.

Nahtlos leiten sie zum nächsten Programmpunkt über. Auf der Bühne steht nun der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Seine Botschaft ist nüchtern. Die Erderwärmung, sagt er, sei „zu hundert Prozent menschengemacht“. Extremwetter, Dürren, Waldbrände und eine durch Hitze bedingte höhere Sterblichkeit seien längst Realität und das auch in Europa. Sein Appell lautet: „Wir dürfen unseren eigenen Untergang nicht weiter subventionieren.“ Damit ist die fortgesetzte Förderung fossiler Energien gemeint.

Doch auch Rahmstorf spricht von Hoffnung. Und sein Blick richtet sich auf die Jugendlichen. Auf die Frage, was ihm Mut mache, antwortet er: „Die vielen jungen Menschen, die ich treffe.“

Nach dem Vortrag übernehmen die Stralsunder Schüler:innen erneut die Bühne. Sie moderieren die Podiumsdiskussion. Sie sammeln Karten mit Publikumsfragen ein und ergänzen diese durch eigene. Die Atmosphäre bleibt konzentriert und manchmal überraschend direkt. Die Jugendlichen fragen nach Verantwortung, nach konkretem Handeln.

Später verteilen sich die Teilnehmenden auf Workshops. Am Ende des Tages versammelt sich die Runde noch einmal zur Andacht. Geleitet wird diese von Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, der erneut von den Schüler:innen unterstützt wird.