Wo ein Wald zur Schule wird

Parchim - Manchmal beginnt Klimaschutz mit einem Spatenstich. Manchmal mit einer Idee. In Parchim soll daraus ein Wald entstehen. Der Hort der Evangelischen Schule „Paulo Freire“ ist beim Landeswettbewerb „Gutes.Klima.Machen. 2026“ ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde das Projekt „Klimawald“, das in unmittelbarer Nähe der Schule wachsen soll. Die Vorstellung dahinter ist ebenso einfach wie ambitioniert: Kinder sollen Natur nicht nur kennenlernen, sondern sie aktiv mitgestalten, beobachten und verstehen.

Der geplante Klimawald ist als Lernort unter freiem Himmel gedacht. Hier können Schüler:innen Bäume pflanzen, deren Entwicklung über Jahre begleiten und ökologische Zusammenhänge unmittelbar erleben. Aus einem Stück Land soll ein Ort werden, an dem Naturerfahrung und Umweltbildung zusammenfinden.

Die Auszeichnung wurde am 26. August in Parchim verliehen. Im Rahmen des Forums „MV tut was.“ kamen Initiativen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammen, um Projekte vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, überreichte die Preise persönlich. Der Klimawald der Paulo-Freire-Schule wurde in der Kategorie „gut gedacht“ ausgezeichnet. In dieser Wettbewerbssparte werden Ideen gefördert, die bereits konkret entwickelt sind und das Potenzial besitzen, in naher Zukunft wirksam umgesetzt zu werden. Jeder der ausgezeichneten Beiträge erhält ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro, das den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen soll.

Dass der Hort der Evangelischen Schule zu den Preisträgern gehört, ist zugleich eine Anerkennung für die pädagogische Arbeit der vergangenen Jahre. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist dort seit Langem mehr als ein Schlagwort. Der Klimawald führt diesen Ansatz konsequent fort: Lernen findet nicht nur im Klassenraum statt, sondern dort, wo Verantwortung übernommen wird und Veränderungen sichtbar werden.

Für Kai Gusek, Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung der Nordkirche, ist die Auszeichnung daher mehr als ein Preis. Sie zeige, dass das Engagement des Hortteams uner Leitung von Jenny Krachenfels auch außerhalb der Schule wahrgenommen werde und eine Wirkung entfaltet, die über den eigenen Standort hinausreiche.

Noch steht der Klimawald am Anfang. Doch gerade darin liegt auch eine Stärke. Wer einen Wald pflanzt, denkt nicht an die nächste Saison, sondern an die kommenden Jahrzehnte. Mit dem ausgezeichneten Projekt kann in Parchim ein Ort entstehen, an dem junge Menschen erfahren können, wie Zukunft beginnt: mit einer Idee, die Wurzeln schlägt.