Zu Besuch an der Robert Lansemann Schule in Wismar

Wismar - Nach einem Besuch an der Evangelischen Schule Hagenow im Frühjahr führte die Reise von Bischöfin Nora Steen und Bischof Tilman Jeremias nun nach Wismar. Dort stand die Evangelische Robert Lansemann Schule auf dem Programm.

Die Schule entstand Anfang der 1990er Jahre aus einer Elterninitiative. Heute gehört sie zur Schulfamilie der Evangelischen Schulstiftung der Nordkirche und hat sich als fester Bestandteil der Bildungslandschaft in Wismar etabliert. Für Bischöfin Steen bot der Besuch die Gelegenheit, einen Einblick in den Alltag einer evangelischen Schule zu gewinnen und zu erfahren, wie christlich geprägte Bildung heute gelebt wird.

Der Rundgang führte durch das moderne Schulgebäude, dessen offene Raumstruktur die Gäste beeindruckte. Besonders die Verbindung von Klassenräumen mit kleineren Gruppen- und Arbeitsräumen macht deutlich, wie sehr individuelles Lernen und gemeinsames Arbeiten hier zusammengedacht werden.

Wer an diesem Tag jedoch lebhaftes Stimmengewirr und volle Flure erwartet hatte, wurde überrascht. Die Schule zeigte sich ungewöhnlich ruhig. In der ersten Unterrichtswoche nach den Sommerferien sind die Klassen traditionell auf Wandertagen unterwegs. So wurde der Besuch zu einer Begegnung mit einer Schule ohne ihren üblichen Trubel, dafür mit viel Zeit für Gespräche über pädagogische Konzepte, Entwicklungsperspektiven und die Herausforderungen des Schulalltags.

Schulleiterin Steffi Wolf berichtete von der Arbeit ihrer Schule und von den Vorteilen eines starken Netzwerkes innerhalb der Schulstiftung. Der regelmäßige Austausch mit anderen Schulleitungen sei für sie von großem Wert. Ebenso wichtig sei die Unterstützung durch die Schulstiftung bei den umfangreichen Bau- und Entwicklungsprojekten der vergangenen Jahre. Mit Blick auf das moderne Schulgebäude sagte sie: „Es war ein Segen, dass das neue Schulgebäude gebaut wurde.“

Die Nachfrage nach Schulplätzen ist in Wismar seit Jahren hoch. Auf die Frage, worin die besondere Attraktivität der Schule liege, nannte Steffi Wolf mehrere Gründe. Sie beschrieb die Schule als verlässlich und gut organisiert, zugleich aber offen für individuelle Lösungen und die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern und Familien. Viele Eltern suchten für ihre Kinder einen Ort der Geborgenheit und des vertrauensvollen Miteinanders. Hinzu komme ein engagiertes Kollegium, das neue pädagogische Entwicklungen aufgreife und Schule aktiv weiterdenke.

Dass die Schule über ein vergleichsweise junges Team verfügt, hat auch mit ihrer Rolle innerhalb der Schulstiftung zu tun. In Wismar werden angehende Lehrkräfte ausgebildet und begleitet. Damit leistet die Schule einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung und Qualifizierung des pädagogischen Nachwuchses innerhalb der Stiftung.

Beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa setzte sich der Austausch fort. Das Schulessen sorgte dabei für eine angenehme Überraschung. Schnell wurden Erinnerungen an die eigene Schulzeit wach, verbunden mit der einhelligen Feststellung, dass die Verpflegung damals meist deutlich weniger überzeugend war.